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I.  Sebastianstraße 72, 2.OG links, Bonn-Poppelsdorf, 4 Zimmer, Küche, Bad 
 

Auftakt
Bilderzimmer
 

29. Januar 2006, 11.00 Uhr 

Einführung:  Dr. Gabriele Uelsberg, Direktorin Rheinisches Landesmuseum Bonn 

MIWO Gesellschaft mbH, Bonn

Kontakt: Gisela Clement   g.clement@m-i-w-o.de   www.m-i-w-o.de
 

Bilderzimmer Detlef Beer 

Der Maler Detlef Beer (Jahrgang 1963, Kunstpreisträger der Stadt Bonn von 2001) geht den Weg des „Weniger ist mehr“ mit seinem neuen Projekt „Bilderzimmer“. Er konzentriert eine komplette, leere Wohnung auf ein einziges Bild. Dabei wird die Wohnung nicht nur zur Schatzkammer für das Gemälde, sondern zuvor schon zum Atelier. Beer malt in den Räumen, er erspürt sie gleichsam während des Schaffensprozesses. Was den sicheren Abschluss in der Auswahl des Raums findet, in dem er sein Bild hängt.  

Der Betrachter kennt diesen Ort nicht, wenn er die gerade renovierte Wohnung aus den 50er Jahren betritt. Halb offene Türen weisen ihm den Weg über den Flur mit Blicken in kahle Räume, führen ihn dahin, wo Beers Bild als einziges Objekt der ganzen Wohnung hängt.

 
Zwischen Schatten und Linien
Die Arbeit mit blauem Rand und dem für den Künstler typischen zarten Spiel zwischen Schatten und Linien, zwischen „Zufall und Absicht“, zieht nicht nur den Betrachter an, sondern definiert Raum und Umgebung mit seiner eigenen Ästhetik neu. Beer stellt veränderte Blickachsen her, bringt tausendmal Gesehenes in neue Zusammenhänge. Plötzlich zieht die hinter der Wohnung liegende Autobahn mit den vorbeirasenden Fahrzeugen ihre Spuren bis in das Zimmer und zerfließt in den Wellenlinien des Bildes. Die Konturen von innen und außen verwischen, die Bedeutung des Raumes als simplem Ort des Wohnens wird unmerklich aufgebrochen.
 
Veränderte Perspektiven ohne zu verstören
Beer hebt mit diesem einzigen Bild eingeübte Sehgewohnheiten auf, verändert Perspektiven ohne zu verstören. Er führt uns zum Unerwarteten, zwingt uns neue Blickwinkel zuzulassen.  

Diese erste Arbeit von Detlef Beer in der Bonner Sebastianstraße 72 macht Lust auf mehr und auf die schon geplante, fast monatliche Fortsetzung der ungewöhnlichen Aktion in weiteren leeren Wohnungen der Wohnungsbaugesellschaft MIWO über das Jahr 2006 hinweg. 

Dr. Barbara Hausmanns