IV. Adolfstraße 63, Bonn-Nordstadt (Altstadt), 2.OG links, 3 Zimmer, Küche, Bad

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Inspiration von draußen
Es ist Frühling in Bonn - auch in der Adolfstraße 63, wo die Kastanien rot blühen. Detlef Beer hat sich berühren lassen von dem flirrenden Grün der Bäume, dem hellen Licht strahlender Maitage.
Sein großes Querformat fängt Licht und Farbe ein, die Malbehandlung des Bildrandes zeigt ein helles, sich mit Gelb vermischendes Grün. Am unteren Bildrand leuchtet ein reines Gelb. Es ist ein durch Farbe und Form bewegtes Bild, mit dem der Künstler intensiv auf den Außenbezug zu reagieren scheint.
Architektur bringt Bewegung
Doch nicht nur die Farbe bringt einen Reflex der Außenwelt in die Arbeit, sondern auch die Form der schon vertrauten grauen Lasuren in der Bildmitte. Hier folgt Detlef Beer dem Schwung der halbrunden Balkone, die die Wohnungen einladend zur Straße hin öffnen. Diese Architektur der 50er Jahre hatte den Künstler schon angesprochen, bevor er von dem konkreten Malauftrag in der Adolfstraße wusste. Mit beidseitigen Begrenzungen bremst der Maler die schwingenden Lasuren aus. Zum oberen Bildrand bleibt eine weiße Fläche, am unteren Rand reicht eine dunkelgraue Schwingung bis in den gelben Bildgrund.
Verbindung von Form und Farbe
Die Farbigkeit des lichtdurchfluteten Bildrandes greift Beer mit einem gelb/grünen Streifen inmitten der grauen Lasuren auf. So bringt er Form und Farbe in Beziehung, gibt dem Auge des Betrachters Halt und Orientierung.
Autonome Bildidee
Detlef Beer hat das Gemälde innerhalb von drei Tagen bei geöffneter Balkontür gemalt und dabei den Frühling gerochen, gesehen und gespürt. Dennoch hat diese Wirklichkeit nur den kleineren Teil seiner Inspiration ausgemacht. Letztlich sieht sich der Künstler unabhängig von jeglicher Realität und damit autonom in seinen Bildideen.
Und deshalb bekommt der Betrachter keinen einzigen Baum und schon gar keine rot blühende Kastanie zu sehen. Detlef Beers Bild bleibt vollkommen abstrakt und lässt gerade deshalb viel Raum für die eigene Vorstellungskraft.
Dr. Barbara Hausmanns